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Für wie viele Menschen baut Zug Wohnraum?

Mit dieser Frage habe ich am Podium des BauForumZug mein Referat eröffnet, bevor über die «weisse Zone» diskutiert wurde. Solange diese Zahl nirgends steht, verhandeln wir über Instrumente, ohne das Ziel zu kennen.

Eine weisse Zone unterscheidet sich dabei weniger vom Bebauungsplan, als es scheint. In beiden Fällen wird ein Gebiet aus dem regulären Zonenplan ausgestanzt, für das Spezialregeln gelten, ausgehandelt mit wenigen Beteiligten. Keines der beiden Instrumente sagt, für wie viele Menschen gebaut wird. Dazu habe ich mich bereits im Juni 2025 und im Frühling 2026 geäussert, beide Beiträge stehen 👇.

Die Stadt Zug zählt rund 32'000 Einwohnende und gut 38'000 Vollzeitstellen. Schon über die ganze Gemeinde steht damit mehr Arbeit als Wohnen. Die Schwelle einer 10-Minuten-Nachbarschaft gilt jedoch für den Radius von 500 Metern, und dort habe ich zwei Standorte gerechnet. Wo in Zug am meisten Menschen wohnen, sind es 6'400 Einwohnende, auf eine kommen 2,2 Vollzeitstellen. Am Bahnhof sind es 4'500 Einwohnende bei einem Verhältnis von 1 zu 4,6. Tragfähig ist das Gegenteil: mindestens 10'000 Einwohnende im Radius und rund zwei Einwohnende je Vollzeitstelle.

Die Antwort darauf gehört aus meiner Sicht in die Grundordnung und nicht in eine Sonderzone ohne Mengenangabe. Der kantonale Richtplan verortet strategisch, wo 10-Minuten-Nachbarschaften möglich werden sollen, verbindlich für die Grundeigentümerschaft wird es in der kommunalen Nutzungsplanung. Dort diskutieren die Gemeinden mit gerechneten und visualisierten Szenarien, wo wie viel Wohnraum gebraucht und akzeptiert wird. In Flawil ging so der Anteil der Unentschlossenen von 35 auf 2 Prozent zurück, und die Zustimmung zur Stärkung des Ortszentrums durch mehr Einwohnende in Gehdistanz stieg von 63 auf 93 Prozent, ohne Massstabssprung.

Genau jetzt wird darüber entschieden, gleich in drei Verfahren. Die Stadt Zug revidiert ihre Grundordnung: Zonenplan und Bauordnung gehen in die zweite Lesung im Grossen Gemeinderat, danach kommt die Vorlage vors Volk. Beim Kanton ist die Teilrevision des Planungs- und Baugesetzes mit der weissen Zone in der Vernehmlassung, und die Richtplananpassung liegt bis am 16. November in der Mitwirkung. Wer findet, dass die Mengenfrage in Richtplan und Grundordnung gehört, schreibt das jetzt in eine Stellungnahme oder bringt es über einen Vorstoss ein. Fragen dazu beantworte ich gerne.

Danke dem BauForumZug für die Einladung, Robert Weinertrt für das zweite Einführungsreferat, Patrice Riedo und Christoph Schweiger für die Diskussion, Maarit Felicitas Ströbele für die Moderation, oliver guntli für sie Anfrage und das Bild und allen im SAC Clubhaus Rossberg für den Austausch danach. Der Bericht von Maarit Ströbele zum Abend 👇.

Der Bericht zum Abend von Maarit Felicitas Ströbele in Hochparterre (Pay-Wall): Zuger Wohnfragen

Meine beiden Blog-Beiträge zu der weissen Zone: Juni 2025, «Freiheit auf dem Papier, eher mehr Rechtsunsicherheit in der Realität» April 2026, «Hochinnovativ oder reine Satire?»

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